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Bürgerfunk in NRW

Mit Aufkommen des privaten Rundfunks, Mitte der achtziger Jahre, entstanden "Offene Kanäle", in denen Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit hatten, in Bild und Ton an öffentlicher Kommunikation zu partizipieren. Eine Funktion der Offenen Kanäle bestand u.a. darin, denjenigen eine kommunikative Plattform zu bieten, die trotz des damaligen Booms an neuen Frequenzen absehbar kaum oder gar nicht in den professionellen Programmen zu Wort kommen würden.

 









Diese spezifische Form des "Offenen Kanals im lokalen Hörfunk" hat in den vergangenen 15 Jahren einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben, sich an der lokalen öffentlichen Kommunikation zu beteiligen.

In den vergangenen Jahren hat sich in NRW mit Unterstützung der Landesanstalt für Medien NRW, verschiedener Ministerien, der Kommunen und einer Vielzahl von kirchlichen, gewerkschaftlichen und freien Trägern eine Infrastruktur von "Radiowerkstätten" gebildet, die es zu ihren Zielen gemacht hat, Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum Medium Radio zu ermöglichen. Der Medienpädagogische Atlas NRW weist allein unter dem Stichwort „Radiowerkstatt“ 120 Einrichtungen nach. Nach Angaben der Landesanstalt für Medien NRW sind zur Zeit mehr als 140 Radiowerkstätten anerkannt.

Vor dem historischen Hintergrund und der gesetzlichen Verankerung des Bürgerfunks formulierte Wolfgang Hahn-Cremer, Vorsitzender der Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW die Perspektiven folgendermaßen: „In Zukunft wird es darum gehen, die Bürgermedien noch bekannter und effizienter zu machen. Bürgermedien als ‚moderne Dienstleister’ im Bereich der Medienkompetenzförderung ist das Ziel, welches es anzustreben gilt. Hierbei müssen neue Strukturen und neue Inhalte ebenso zur Disposition stehen, wie die lokale und regionale Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen.

Der Bürger ist vermehrt nicht nur als partizipativer Bestandteil der Bürgermedien, sondern als ‚Kunde’ anzusehen, denn schließlich geht es darum, auch unter Nutzung moderner ‚Marketingmethoden’ möglichst vielen Bürgern und Bürgergruppen die Möglichkeit der Bürgermedien nahe zu bringen und sie für die neuen Medien zu begeistern, um bei der Förderung von Medienkompetenz auf möglichst breiter Ebene erfolgreich zu sein.“ (Wolfgang Hahn-Cremer, Bürgermedien: Kernidee, Perspektiven, Ausblick, in Medienkompetenz in NRW, Bericht über die Förderaktivitäten der LfM 2003/2004, S.13 ff.
 
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